Ausgewogener Straßenverkehr und ÖPNV

Betrachtet man die Möglichkeiten, die ein Berufstätiger für seinen Weg zu und von der Arbeitsstelle hat, dann tritt große Ernüchterung ein. Außerhalb der Ferienperioden sind die Hauptverkehrsstraßen in den Berufsverkehrszeiten überlastet, der öffentliche Nahverkehr kann nicht leisten, was er eigentlich sollte – die Busse stecken auch im Stau und die S-Bahnen sind unpünktlich und voll.

Folge: die Umwelt und resultierend die Menschen leiden durch übermäßigen Schadstoffausstoß, viele sind genervt durch ständiges Stehen und Warten. Es ist einfach, den Wahlkampfslogan „Fahrzeug und nicht Stehzeug“ in den Raum zu stellen! Die dahinter stehende Forderung nach mehr Straßen ist klar ersichtlich. Aber was ist damit gewonnen? Nichts! Denn der Dreh- und Angelpunkt für die Probleme ist die Autobahn A8/81. Wenn der Verkehr dort steht, und das tut er fast immer, dann wird dank der immer häufiger genutzten NAVI’s die Stauumfahrung programmiert, was zur Folge hat, dass in kürzester Zeit auf den Bundes- und Landesstraßen (Ortsumfahrung Münchingen, Ortsdurchfahrt Ditzingen und Hemmingen, ja selbst in Schwieberdingen Weinkreuzung bis hin zur Ortsmitte) nichts mehr geht. Neue Straßen wären dann in kürzester Zeit genauso zugefahren, das bringt nichts! Hier könnte die Schiene für massive Entlastung sorgen, Ansätze sind mit dem Ausbau und der Aufwertung der Strohgäubahn zwar erkennbar, aber hier fehlt erstens das Geld (das für sinnlose Milliardenprojekte aus Prestigegründen verschleudert wird) und zweitens die Attraktivität (der Bahnhof Schwieberdingen ist für die meisten Bürger schlicht und einfach zu weit weg). Ich arbeite in Ditzingen. Nach einem Fußmarsch von 10 Minuten auch bei Wind und Wetter erreiche ich den Bf, besteige das Bähnle, fahre nach Korntal, steige dort in die S-Bahn, in Ditzingen, dann  in den Bus und bin dann nach 45 Minuten Fahrzeit insgesamt am Arbeitsplatz, so denn alles reibungslos klappt. Entfernung ca. 9km. Mit dem Auto zu attraktiven Zeiten außerhalb der Hauptverkehrszeit in 15 Minuten erreichbar. Wer will da noch Bahn fahren? Ein vernünfiges Gesamtkonzept muss her, kein sinnloses Zubetonieren der Landschaft!

Joachim Spreu
B90/Grüne, OV Schwieberdingen-Hemmingen