Schwieberdingen als Interkommunaler Gewerbeschwerpunkt?

Das Interesse an der Vorstellung der Pläne zur Schaffung eines Interkommunalen Gewerbegebietes ist groß. Das zeigte die gut besuchte Veranstaltung in der Turn- und Festhalle am 11.April 2019. Dort wurde versucht,  zu erklären, weshalb wir in Schwieberdingen ein Areal von 23 ha landwirtschaftlicher Fläche für die Ansiedlung weiterer Logistik- und Automotivebetriebe zur Verfügung stellen sollen.

Es wurden aus dem Publikum viele Fragen an den Bürgermeister, die Referenten der Firma Porsche sowie den Vertreter der Region Stuttgart gestellt. Der Verband Region Stuttgart sucht dringend rund 100 ha verfügbare Fläche zur Ansiedlung weiterer Unternehmen. Die Porsche AG möchte möglichst nahe an ihrem Stammsitz fertigen und die Gemeinde erhofft sich sprudelnde Gewerbesteuereinnahmen. Die Vergangenheit hat gezeigt,
dass gerade weltweit agierende Konzerne die Gewerbesteuer nicht zwingend in voller Höhe an unsere Gemeinde abführen. So führte der Ausfall einer großen Summe vom Hauptgewerbesteuerzahler dazu, dass im Jahr 2010 das Hallenbad geschlossen werden musste. Nun ist man im Begriff, sich erneut einen großen Namen in den Standort zu holen. Auch bei einem renommierten Konzern ist nicht auszuschließen, dass Gewerbesteuern an den Hauptsitz des Unternehmens abgeführt werden und nicht in voller Höhe zur Verfügung stehen. Dafür ist Weissach im Nachbarlandkreis ein gutes Beispiel.
Bereits heute gibt es in Schwieberdingen mehr Einpendler als Auspendler. Das heißt: Wir haben Arbeitsplätze in ausreichender Zahl. Zum PKW-Verkehr durch die Beschäftigten käme durch das Porsche Areal bis zu 50 (dieselbetriebene) LKW-Fahrten pro Stunde. Für Zu- und Abfahrtswege müsste weiterer Boden versiegelt werden. Der 4-spurige Ausbau der B10 wird nur kurzfristig Entlastung bringen - es wird im Gegenteil Verkehr
angezogen. Das sehen wir gut an der Umgehungsstraße um Münchingen – wer Straßen sät wird Verkehr ernten.
Zusätzlich zu den 23 ha für den Gewerbeschwerpunkt kommen 17 ha Vorrangfläche für die Bosch GmbH und 5 ha Fläche für Handwerksbetriebe und bestehendes Gewerbe. Das sind in der Summe 45 ha Land.
Es sind die besten Ackerböden, die hier preisgegeben werden sollen – nicht umsonst spricht man vom Strohgäu. Die Verkehrsproblematik wird sich verschärfen, die Staus werden länger, die Atemluft noch mehr belastet. Bisher fehlt Infrastruktur in Form von Gleisanschlüssen, die Stadtbahn nach Ludwigsburg wird frühestens 2025 gebaut sein.
Ein beliebtes Naherholungsgebiet ginge unwiederbringlich verloren.
Vielleicht machen Sie mit Ihrer Familie einen Osterspaziergang und sehen sich das strittige Gebiet selbst an?


Frohe Feiertage wünschen für die Fraktion BÜ90/Die Grünen die Gemeinderäte
Monika Birkhold und Dr.Thomas Gölzer sowie der Ortsverein